Rosenberg spricht in seinem Buch „Gewaltfreie Kommunikation – Eine Sprache des Lebens“ ( Rosenberg 2013) von den vier Komponenten des GFK- Modells.

Die vier Komponenten/ Schritte der GFK sind:

Beobachtung

Gefühle

Bedürfnisse

Bitten

Bei der Beobachtung geht es darum zu sehen, zu hören sprich wahrzunehmen, was tatsächlich geschieht  ohne das Wahrgenommene zu bewerten oder interpretieren. „Die Kunst besteht darin, unsere Beobachtung dem anderen ohne Beurteilung oder Bewertung mitzuteilen – einfach zu beschreiben, was jemand macht…( Rosenberg 2013, S.25). Wird eine Beobachtung mit Werturteilen, Diagnosen oder Interpretationen vermischt, kann es passieren, dass der Empfänger nicht mehr den Sachinhalt der Nachricht hört, sondern nur Kritik oder Vorwurf heraushört und sich so dementsprechend ablehnend oder defensiv verhält. So können Konflikte schnell stagnieren oder eskalieren, ohne das die Beteiligten ihre eigenen in der  GFK so wichtigen Gefühle, Bedürfnisse oder Wünsche äußern können.

Im zweiten Schritt Gefühle teilen wir mit, wie wir uns fühlen, während wir die konkrete Beobachtung gemacht haben. Ein so konkret benanntes Gefühl oder mehrere benannte Gefühle kann/ können so einen Kontakt, eine Verbindung zu der anderen Person herstellen. Es kann so Empathie hergestellt werden  und der anderen Person eine empathische Reaktion auf das Gesagte erleichtert werden. Rosenberg zufolge sind Gefühle Signale dafür, ob ein Bedürfnis erfüllt oder nicht erfüllt wurde. Gefühle und Bedürfnisse sind seiner Meinung nach nicht  voneinander trennbar. Die Bedürfnisse können durch Gefühle sichtbar gemacht werden. In der GFK wird unterschieden zwischen Gefühlen, die wir haben, wenn sich unsere Bedürfnisse erfüllen und Gefühle, die wir haben, wenn sich unsere Bedürfnisse nicht erfüllen.

Die Komponente Bedürfnisse als dritter Schritt zeigt, was hinter den angesprochenen Gefühlen steht und steckt.  Rosenberg zufolge sind Urteile, Bewertungen oder Interpretationen des Verhaltens anderer Menschen alles „entfremdete Äußerungen“ unserer  eigenen Bedürfnisse. Er spricht auch von „trennender Kommunikation“ Ein Ziel der GFK ist es auch, das Bedürfnisvokabular zu erweitern und in den Sprachgebrauch zu integrieren. Wichtig erscheint Rosenberg ebenso, dass es nötig ist in der GFK zwischen Bedürfnis und Strategien zu unterscheiden. (Während meines Projektes benutzte ich bei den Kindern eher den Begriff „Lösungsmöglichkeiten“ statt  Strategien des einfacheren Verständnisses wegen). Unter Strategie versteht Rosenberg eine konkrete Vorstellung oder favorisierte Art, ein Bedürfnis zu erfüllen.

Im vierten Schritt geht es nun darum, eine Bitte zu formulieren. Diese sollte konkret  sein und laut Rosenberg eine „positive Handlungssprache“  verwenden. Weitere Kriterien für eine Bitte im Sinne der GFK sollten Benennung von konkretem, beobachtbarem Verhalten und gegenwärtige Überprüfbarkeit sein. Betrachtet man Bitten auf der Ebene der inneren Haltung, welche ja in der GFK ebenso eine große Rolle spielt, so ist es hierbei wichtig Bitten von Forderungen zu unterscheiden. Rosenberg unterscheidet des weiteren Beziehungs- von Lösungs- und Handlungsbitten. Grundlage einer „Beziehungsbitte“ in der GFK  sind Fragen, wie zum Beispiel: „Bitte kannst du mir sagen, was du gehört hast?“ oder „Bitte sage mir, wie geht es dir, mit dem, was ich dir gesagt habe?“. Beziehungsbitten sollen helfen, Beziehungen zu klären. Eine Handlungsbitte dagegen soll zum Inhalt haben, was der andere tun kann, damit meine Bedürfnisse erfüllt werden. Diese Handlungsbitte sollte machbar, jetzt und hier erfüllbar und konkret und positiv formuliert sein.